Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

von Edward Albee
Premiere: 18. November 2006, Bremer Theater


Das Bremer Schauspielhaus wächst in dieser Saison über sich hinaus. Mit der Premiere von Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? liefert das Ensemble einen weiteren Glanzpunkt mit großartigen Darstellern und immenser Sogkraft. Zu Recht gab es bei der Premiere frenetischen Applaus. Matthias Kaschig liefert mit seiner zweiten Arbeit am Schauspielhaus ein subtiles, fein geschliffenes Psychodrama ab, das unter die Haut geht. Einfach großartig.

Corinna Laubach, Bild


Ziemlich wunderliche Wechselwirkungen zwischen Architektur und menschlicher Befindlichkeit sind hier zu studieren. Matthias Kaschig, der den Albee für Bremen inszeniert hat, musste sich aber auf diese nicht verlassen. Ganz hübsch, wie er und sein Bühnenbildner den grell ausgeleuchteten Raum von einigen Mickymäusen gelegentlich auch umdrehen lassen und ihm so eine Nacht- und Außenseite für die intimeren Geständnisse des Personals verpasst. (...) Am Ende sind es die Schauspieler, die dieser zweieinhalbstündigen Produktion ihre besondere Qualität sichern. Sein Stück, hat Edward Albee einmal gefordert, solle so tief unter die Haut gehen, dass es fast unerträglich ist, – und bei aller Neigung zu Spaß und Tollerei zwischendurch gelingen der Bremer Aufführung mehrmals auch solche anrührenden Momente. (...) 

Rainer Mammen, Weser Kurier

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? begeistert Bremer Publikum. Was für ein grausames Spiel, das erschreckt und dennoch unterhält. Es war Edward Albees erklärte Absicht, Dramen zu schreiben die so tief unter die Haut gehen, dass es fast unerträglich ist. Diesem Anspruch wird Matthias Kaschigs Inszenierung des Albee-Klassikers Wer hat Angst vor Virginia Woolf? im Bremer Schauspielhaus durchaus gerecht. (...) Schwer verdaulich ist auch der Mix aus Komik und Tragik, Wahrheit und Lüge, Gerechtigkeit und Gewalt, der vom Ensemble erstklassig serviert wird.

Ulrike Peters, Nordwest-Zeitung


Wer hat Angst vor Virginia Woolf? als launige Inszenierung in Bremen. Bis zum letzten Zusammenbruch des selbstverquälten Ehepaars Martha und George gelingt der Inszenierung die Balance zwischen Slapstick und Psychoterror. (...) Hier bewegt ständig der Gegensatz von Drinnen und Draußen, dem, was man an Wunden in sich trägt und wie man die anderen daran mitleiden lässt. Ein wortwörtlich genialer Dreh des Bühnenbildners Stefan Meyer visualisiert diesen Kurzschluss. Alle unsere Gäste sind am Schluss gereizt, erklärt George warnend zu Beginn. Der Besucher dieses Seelentheaters indes durfte sich - verschämt natürlich - alles andere als dies, ja sogar gut unterhalten fühlen.

Stephan Cartier, Neue Osnabrücker Zeitung



Regie Matthias Kaschig, Bühne und Kostüme Stefan Mayer, Musik Tobias Vethake, Dramaturgie Christine Richter-Nielson

Martha Gabriele Möller-Lukasz, George Detlev Greisner, Mausi Verena Günthner, Nick Jost Grix