Weisse Teufel

von John Webster / übersetzt von Rebekka Kricheldorf
Premiere: 23. März 2007, Theater Bonn


(...) Da wird klassisch erdrosselt und erstochen, da werden ganz offen Kehlen durchgeschnitten, ganz heimtückisch Fechtmasken und Gemälde mit Gift präpariert. Regisseur Matthias Kaschig huldigt auf der Bühne der Kammerspiele der elisabethanisch-satirischen Überzeichnung und setzt jede Greueltat hübsch abstoßend in Szene. (...) Auf der variablen schwarzen Bühne (Martin Kukulies) toben sich die schwarzen Seelen der Weißen Teufel aus, und sie tun das sehr eloquent.
Rebekka Kricheldorf hat Websters zupackende, bilderreiche Blankverse vom überschüssigen Metaphernballast befreit und bedient sich erfreulich dezent im Repertoire moderner Floskeln - Renaissance meets Soap. (...)
Roland Riebeling ist als dekadenter Genussmensch Brachiano ebenso überzeugend wie Andreas Maier als eiskalter Klerus-Karrierist Monticelso. (...) Der brillante Yuri Englert ist Flamineo: Mit Witz und raubtiehafter Geschmeidigkeit schmeichelt, intrigiert, meuchelt er sich nach oben. Flamineo gebührt das geröchelte letzte Wort: "Jetzt aber Schluss mit Sterben: Sterben wir."

Gunhild Lohmann, General-Anzeiger


(...) Matthias Kaschig, der in Bonn schon Schillers „Kabale und Liebe“ ziemlichen Belastungsproben unterzogen hat, interessierte aber offenbar neben der Prise Stephen King genau diese Mechanik von Mord und Totschlag, Macht und Lust - und wie einer das eine benutzt, um das andere zu bekommen. (...) In den Beifall mischten sich ein, zwei Buhs.

H. D. Terschüren, Bonner Rundschau



Regie Matthias Kaschig, Bühne Martin Kukulies, Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch, Musik Tobias Vethake, Dramaturgie Michael Eickhoff, Almuth Voß

Monticelso Andreas Maier, Francesco di Medici Jonas Gruber, Brachiano Roland Riebeling, Isabella, Vittoria Nicole Kersten, Giovanni Jeremy Mockridge / Dario Schöb, Lodovick Ralf Drexler, Camillo, Marcello, Gasparo Alexander Weise, Flamineo Yuri Englert, Zanche, Beschwörer Jennifer Mulinde-Schmid