Supergute Tage
nach dem Roman von Mark Haddon, Bühnenfassung von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Volkstheater Wien

Matthias Kaschig sorgt für die passende geisterhafte und entgeisterte Atmosphäre. Das Asset des Buches ist, dass es die Welt so schildert, wie Christopher sie erlebt. Kaschig ist es mit seinen Ausstattern gelungen, diese subjektive Wahrnehmung ins Optische zu übersetzen ... Kompakt, bildstark. ... Mamedof ist großartig, aber auch die anderen Schauspieler überzeugen.... Diese konzis komponierte Aufführung ist höchst sehenswert.

Die Presse, Barbara Petsch

das Volkstheater mobilisiert alle verfügbaren Kräfte und hat damit Erfolg. Ein tolles, aus verschiebbaren "Tetris-Steinen" bestehendes Einheitsbühnenbild, eine kluge, aus jedem Kitsch-Topf bewusst heraustretende, kühle Inszenierung und teils fabelhafte Darsteller verleihen Christophers Schicksal viel Kraft. ... Toll, wie Mamedof alle Angstzustände des Buben offenlegt, wie er (fein zurückgenommen) trotz aller Klischee-Fallen diesen Autisten zum Sympathieträger macht. ... Ebenso wunderbar gezeichnet (ein Dank an die Regie) sind alle "Nebenfiguren".

Etwa Martina Stilp als Christophers offiziell tote Mutter, die in ihren Szenen ein ganzes Frauen-Schicksal subtil mitschwingen lässt. Oder Patrick O. Beck, der als Vater einen typisch britischen, mitfühlenden "Working-Class-Hero" gibt. Als Christophers Therapeutin hat Annette Isabella Holzmann starke Momente; Thomas Bauer macht auch als Hund (!) eine gute Figur. Und Claudia Sabitzer outriert sich gekonnt durch Schreckschrauben-Rollen. Jubel.

Der Kurier, Peter Jaroli

Umjubelte österreichische Erstaufführung ... und der junge Regisseur Matthias Kaschig erweckt sie fein modelliert zum Leben. ... In jeder Figur kann man deren gesamte bisherige Geschichte und Beziehung zu Christopher aufgrund weniger Gesten oder Blicke erkennen. ... Matthias Mamedof ist das kraftvolle Zentrum, um das die Inszenierung kreist. .... Dass Matthias Kaschig in seiner Regie ausgerechnet mit jenem Manko spielt, das Christopher das Leben erschwert - der nonverbalen Kommunikation - ist ein subtiler Spielzug. Immer wieder fliegen von Christopher nicht wahrgenommene Blicke und Gesten über die Grenzen von Szenen und imaginären Räumen. So entsteht eine starke zweite Ebene über der sprachlichen, die das Stück zusammenhält und noch einmal eindringlich zeigt, wie sehr Menschen mit Asperger-Syndrom von weiten Teilen der Kommunikation ausgeschlossen sind. Minutenlanger Applaus für Ensemble und Regisseur beschlossen den zweieinhalbstündigen Abend.

APA – Austria Presse Agentur


Matthias Mamedof  ist großartig ... optisch ansprechend in Szene gesetzt ... großer Jubel

Der Standard, Dorian Waller


Ankündigung und Portrait in Österreichs Theater- und Kulturmagazin BÜHNE, Juni 2014(PDF, 1,7 MB)


Regie Matthias Kaschig Bühne Michael Böhler Kostüme Nina Kroschinske Musik Tobias Vethake Video Francis Eggert, Vera Knab Dramaturgie Doris Happl

Christopher Boone Matthias Mamedof Siobhan Annette Isabella Holzmann Ed Patrick O. Beck Judy Martina Stilp Mrs Shears/Mrs Alexander/Nr. 44/Mrs Gascoyne/Frau am Schalter/Londoner Polizistin/Eine Frau in Hampstead Heath Claudia Sabitzer Roger Shears/Polizist 1/Diensthabender Sergeant/Reverend Peters/Mr Thompson/Mr Wise/Rhodri/Onkel Terry/Bahnpolizist/Golden Retriever Thomas Bauer