Die Glasmenagerie

von Tennessee Williams
Premiere 28. Januar 2010, Bremer Theater

Ein Wirbelsturm der Emotionen fegte am Donnerstag durch den Theatersaal. Die „Glasmenagerie“ machte das Publikum mucksmäuschenstill, ließ es laut lachen und dann doch wieder die Tränen wegwischen. Der Applaus am Ende der Premiere wollte nicht enden – mit Recht. (...) „Die Glasmenagerie“ inszeniert von Matthias Kaschig bewegte tief, schürte die Hoffnung nach Glück und ließ dann doch alles laut krachend auf dem Boden der Realität zerbrechen.

Weser Kurier, Nicole Schaake-Baumann


In einer stimmigen und dichten Inszenierung, die sich allzu großer Aufgeregtheiten enthält, loten sie die Facetten ihrer Figuren gekonnt aus.

Bremer Anzeiger


Kaschig lässt Williams Regieanweisungen immer wieder nicht spielen, sondern aussprechen. Das baut Distanz auf, die Einwürfe wirken wie ironische

Kommentare der Figuren. Das Ensemble liefert dabei ein Wechselspiel aus parodistischer Überzeichnung im einen und Nähe zu den Figuren im nächsten Moment. Trotz Ironie bleibt ein bitterer Nachgeschmack, der ihrer Tragik gerecht wird.

TAZ


Momente, die den Atem stocken lassen.

Während Williams auch vor Sentimentalitäten nicht zurückschreckt, leistet sich Kaschig kleine Späße am Rande. (...) Der respektloseste Einfall des Regisseurs besteht zweifellos darin, den überdimensionalen US - Adler auf der Stange zweimal mit aller Kraft auf die Bühne - pardon, man kann es nur drastisch sagen: scheißen zu lassen. (...) Dabei hat aber Kaschig aus Williams' Familiendrama durchaus keine Komödie gemacht.

Weser Kurier


Matthias Kaschig rettet Tennessee Williams‘ „Glasmenagerie“, indem er sich von ihr distanziert.
Wenn Kaschigs Inszenierung dennoch auf solidem Niveau unterhält, so ist das ausgerechnet der Distanz zu ihrer Vorlage geschuldet. Die bewusste Zurschaustellung textimmanenter Klischees offenbart auf amüsante Weise Skepsis: eine Skepsis gegenüber dem Vorhaben, das überholte

Gesellschaftsbild irgendwie doch noch ins 21. Jahrhundert zu retten. Es ist, als weise das Ensemble jederzeit nach oben, zum Wappentier der USA. Dort hängt das Problem: Die konkrete Beziehung zu einer ganz bestimmten Gesellschaft in einer ganz bestimmten Zeit.
Vielleicht ist diese Haltung zum Text alternativlos. Vielleicht lässt sich die „Glasmenagerie“ nur aus der Distanz spielen. Das darstellerische Personal jedenfalls nimmt sich dieser Aufgabe mit Überzeugung an.

Kreiszeitung, Johannes Bruggaie


Regisseur Matthias Kaschig hat das Bühnenbild drastisch auf das Wesentliche reduziert. Der Raum ist fast leer. Umso mehr liegt es an den Schauspielern, den Abend zu tragen. Und das schaffen sie auf großartige Weise. (...) Ein spannender und bewegender Theaterabend.

Radio Bremen


Radiokritik zum anhören hier.



Regie Matthias Kaschig, Bühne und Kostüme Jürgen Höth, Musik Tobias Vethake, Dramaturgie Diana Insel

Laura Ulrike Beerbaum, Amanda Eva Gosciejewicz, Tom Thomas Holzmann, Jim Jan Byl