Black Rider
von Tom Waits, Robert Wilson, William S. Burroughs
Premiere: 7. Dezember 2012, Theater Bonn

Matthias Kaschigs „Black Rider“ in den Kammerspielen ist ein überzeugender Gegenentwurf zum Original
Kaschig setzt sich bewusst ab von den Vorbildern, mit Wilsons Zeitlupen- und Scherenschnitt-Ästhetik hat seine Inszenierung nichts zu tun. Rehe und anderes Wild auf der biedermeierlichen Tapete von Stefan Mayers Bühne verströmen eher eine gesunde ironische Distanz zum Freischütz-Stoff; auch die Kostüme (Nina Kroschinske) spiegeln eher – wenn auch parodistisch verfremdet – Alltag als die Freakshow wider, die dem Publikum in der Lucky-Day-Ouvertüre versprochen wird.

Es geht im „Black Rider“ nicht um wirkliche Charaktere, sondern um Typen, um Grundmuster menschlichen Verhaltens. Das verschafft Kaschig Freiraum für kabarettistische oder gar comedyhafte Einfälle.
Für alle Beteiligten gab es begeisterten Applaus.
Matthias Kaschig emanzipiert sich von der Uraufführungs-Regie Robert Wilsons und zeigt einen ganz eigenständigen Beitrag.

Bernhard Hartmann, GENERAL-ANZEIGER

Matthias Kaschig inszeniert interessanten „The Black Rider“ in Bad Godesberg - (...) in einer überzeugenden Inszenierung (...) Es wird verhandelt auf dem ollen Flur, (...) der Hinkefuß zieht sichtbar die Fäden, der großartige Hendrik Richter erledigt das immer hochgradig nonchalant. Auch die anderen Figuren setzen sich deutlich von vergangenen Inszenierungen ab, köstlich Konstantin Lindhorst als Jägerbursche Robert (...) Mit Freikugeln trifft der plötzlich wie im Schlaf. Das darauf folgende übliche Dauergeballer wie unter Drogen findet bei Kaschig als Wilhelm Tell-Adaption auf die Band statt, die alle einen Apfel auf dem Kopf tragen. Dass der Wahnsinnige William S. Burroughs so auch seine Frau niedergemäht hat, sei nur am Rande erwähnt, war aber für den Regie-Einfall sicher ursächlich.

www.choices.de, PETER ORTMANN




Regie Matthias Kaschig, Bühne Stefan Mayer, Kostüme Nina Kroschinske, Musikalische Leitung Michael Barfuß, Choreographie Valentí Rocamora i Torá, Dramaturgie Janine Ortiz, Almuth Voß

Stelzfuß Hendrik Richter, Kuno Grégoire Gros, Bertram Günter Alt, Anne Nina Tomczak, Käthchen Anastasia Gubareva, Wilhelm Arne Lenk, Der Herzog Wolfgang Rüter, Robert, Ein Wilderer, Georg Schmid Konstantin Lindhorst

Musiker Marcus Schinkel, Volker Kamp, Peter Engelhardt, Achim Fink, Lothar von Staa, Stefan Lammert, Martin Dickmann